Marc Reibel wurde 1973 in Speyer am Rhein geboren und wuchs in Ludwigshafen auf.
Nach dem Abitur studierte er Klavier bei Prof. Barbara Fry und Dirigieren bei Prof. Thomas Ungar an den Staatlichen Musikhochschulen in Mannheim und Stuttgart. Er wurde als Pianist vielfach ausgezeichnet bei „Jugend musiziert“ und einigen Kammermusikwettbewerben und trat mehrfach als Solist verschiedener Orchester auf.
Nach Abschluss seiner Studien wurde er zur Spielzeit 2001/02 ans Landestheater Linz engagiert, zunächst als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung, ab 2004/05 als Kapellmeister. Außerdem oblag ihm die Studienleitung bis 2016/17.
Als Kapellmeister am Landestheater Linz hat er das große Glück, ständig mit dem Bruckner Orchester Linz zusammenarbeiten zu können, einem der führenden Klangkörper Österreichs.
Zu seinem dirigentischen Repertoire im Bereich Musiktheater gehören mittlerweile etwa 75 Opern, Operetten, Musicals und Ballette, darunter:
Der fliegende Holländer, Die Meistersinger von Nürnberg, Die Frau ohne Schatten, Salome, Le Prophète, Pelléas et Mélisande, Rheingold, Carmen, Tosca, Madama Butterfly, Rigoletto, Un ballo in maschera, Il Trovatore, Lady Macbeth von Mzensk, Le nozze di Figaro, Hoffmanns Erzählungen, La Cenerentola, Gespräche der Karmelitinnen…;
Die Fledermaus, Wiener Blut, Paganini, Eine Nacht in Venedig, Das Land des Lächelns, Gräfin Mariza…;
West Side Story, My Fair Lady, La Cage aux Folles, Hello Dolly…;
Romeo und Julia, Schwanensee, Dornröschen, Marie Antoinette (UA), Cinderella, Der Nussknacker, … und zahlreiche mehr.
Repertoire
Bei vielen dieser Produktionen arbeitete er eng mit den Chefdirigenten Dennis Russell Davies und Markus Poschner zusammen.
Gemeinsam mit dem Bruckner Orchester Linz blickt er auf eine beachtliche Serie von Konzerten zurück, wovon das Voestival 2004, ein Jeunesse-Konzert im Konzerthaus Wien, das Gradus ad Parnassum-Abschlusskonzert 2009, das Eröffnungskonzert des internationalen Brucknerfestes 2012 im Linzer Brucknerhaus und mehrere Sinfoniekonzerte in Oberösterreich (Waizenkirchen, Reichenthal, Wels…) einige Höhepunkte bilden.
Darüber hinaus arbeitete er bisher mit der Staatsphilharmonie Nürnberg, den Stuttgarter Philharmonikern, der Württembergischen Philharmonie Reutlingen, dem Philharmonischen Orchester Györ, der Philharmonie Baden-Baden und den Bad Reichenhaller Philharmonikern.
Konzertreisen und Gastengagements führten ihn in die Schweiz, nach Deutschland, Italien, Frankreich, Ungarn und Japan, wo er in Nagoya mehrmals Beethovens 9. Sinfonie dirigierte.
Seit seiner Jugend sind unterschiedliche Musikrichtungen Bestandteil seiner breitgefächerten musikalischen Persönlichkeit, vor allem dem Jazz gilt seine ungebrochene Leidenschaft. In diesem Zusammenhang entstanden auch kleinere Kompositionen und Bearbeitungen. Bis heute spielt er in den verschiedensten Formationen Klavier auch bei offiziellen Anlässen.
Medien
Einen großen Raum in seinem Wirken als Dirigent, aber insbesondere auch als Pianist, nimmt der Bereich der Musikvermittlung für Kinder und Jugendliche ein. Er dirigiert regelmäßig Orchesterkonzerte im Rahmen der Move.On Reihe des BOL. Als Pianist arbeitet er bei vielen Programmen mit Albert Landertinger zusammen: in Linz, verschiedenen Orten in Oberösterreich bis hin zu regelmäßigen Konzerten im Wiener Musikverein.
Eine enge Verbundenheit besteht seit 2015 mit dem Linzer Konzertverein, bei dem er bisher fünf Konzerte dirigierte, darunter 2019 auch das Jubiläumskonzert zum 100-jährigen Bestehen.
Im September 2016 wurde seine 20 Jahre zuvor entstandene stilübergreifende Komposition „Rendez-vous avec Claude“ beim Ars Electronica Festival aufgeführt, mit Marc Reibel als Solist am Klavier. Es spielte das Bruckner Orchester Linz unter der Leitung von Dennis Russell Davies.
Im März 2017 leitete er das Galakonzert Love.Respect.Conchita mit Conchita Wurst und dem Bruckner Orchester Linz – nur eines von zahlreichen Crossover-Projekten.
Große Erfolge konnte er in der Spielzeit 2017/18 mit Dirigaten von Richard Strauss‘ „Frau ohne Schatten“ sowie 2022/23 mit Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ am Linzer Musiktheater feiern.
Internationale Beachtung fand die Uraufführung von Walter Haupts Ballett „Marie Antoinette“ in der Spielzeit 2018/19.
Mediales Interesse erregte die Uraufführung der Neufassung von Eela Craigs „Missa Universalis“ im März 2020 im Brucknerhaus, welche später vom ORF III ausgestrahlt wurde.
Ebenfalls im ORF III wurden Gesamtmitschnitte seiner Operetteneinstudierungen am Linzer Musiktheater „Wiener Blut“, „Paganini“, „Die Fledermaus“, „Gräfin Mariza“ und „Der Graf von Luxemburg“ gesendet. Letzteres erhielt den Österreichischen Musiktheaterpreis 2023 für die beste Gesamtproduktion in der Sparte Operette.
Außerdem verfilmt wurde das Ballett „Dornröschen“ 2024 für mezzo-TV.
Marc Reibel befindet sich nun in seiner 25. Spielzeit am Landestheater Linz und nähert sich der 1000. Vorstellung als Dirigent an diesem Haus.

Foto ©Csaba Grünfelder
